Das Ende

Als Gudrun dies mit Entsetzen vernahm, trieb sie ihre Söhne, die Schwester zu rächen, und da sie zur Fahrt bereit waren, erhielten sie so starke Panzer und Helme, dass kein Eisen daran haftete.

Nun gab Gudrun Ihnen den Rath, Nachts, wenn der König schliefe, ihm Hände und Füsse abzuhauen, was Saurli und Hamdir thun sollten, dann aber ihm den Kopf abzuschneiden, was Erpur thun sollte. Da sie auf der Reise waren, fragten die beiden Brüder den dritten, Erpur, was er thun würde, wenn sie König Jormunrekur fänden; Erpur antwortete: er würde ihnen so viel helfen als die Hand dem Fuss. Diess, meinten Saurli und Hamdir, sei sehr wenig; desswegen, und weil sie auf Gudrun erzürnt waren, die mit bösen Worten sie hinausgetrieben in Kampf, Noth und Gefahr, gedachten sie etwas zu thun, das ihr am meisten Schmerzen verursachte, und so tödteten sie Erpur, weil Gudrun diesen am meisten liebte.

Bald darauf stolperte Saurli und wäre gefallen, wenn er sich nicht mit den Händen gestützt hätte; er sprach: jetzt bedürfen die Füsse der Hände! es wäre doch besser, wenn Erpur nicht erschlagen wäret In der Nacht gelangten sie zu König Jormunrekurs Schlafzimmer und hieben ihm Hände und Füsse ab, worauf er entsetzlich schrie. Da sagte Hamdir, ab müsste nun der Kopf, wenn Erpur noch lebte! Die herbeieilenden Diener suchten die Mörder zu tödten, doch an ihren Panzern haftete kein Eisen; da rief Jormunrokur, man solle sie steinigen, und nun fielen Saurli und Hamdir, und davon nennen die Dichter die Steine Hamdirs und Saurli's Verderben.

So ging das ganze Geschlecht der Niflungar unter.



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Einleitung
Hreidmar
Andwari
Reigen und Fofner
Sigfried
Brunhilde
Gudrun
Sigfrieds Tod
Gudruns Fluch
Das Ende
Impressum

Die Nibelungen (Hreidmar, Sigurd)